Camp Gardening

urban-gardening

Hochbeete am Tempelhofer Feld in Berlin

Am 30.4.2016 und 1.5.2016 kommt Anne-Laure Gestering von raumlaborberlin ein zweites Mal nach Friedrichshafen in die Learning Community! Zum Abschluss des Projekts werden wir in einem „Camp-Gardening“ Hochbete bauen, Gemüse und Blumen anpflanzen und kleine grüne Oasen im Außenbereich der der Gemeinschaftsunterkunft Fallenbrunnen anlegen.

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printing in a milk carton

Tiny thoughts on our todays workshop

Todays‘ printing workshop with Lilli Plodeck startet with a very sucessfull day! Even the head of the Zeppelin Universities kitchen came along to have a look. He also gave us a bunch of old milk cartons to print from. Thanks for that!
This week is the peak of our Learning Community project. Even thoug all of us wish the project to continue, it will at least end in May at the White Box location. Reason enough to take a moment to reflect on what has been goning on since we opened our project at 12th of February (it has been a lot!). Printing is a good way to do that. Sit down, concentrate and make an image of a magic table, sisters dancing, flowers spreading, happiness and monsters.

Text & Bilder: Luzi Gross

Zu Gast

Farnaz Nasiriamini war diesen Dienstag in der Gemeinschaftsunterkunft Fallenbrunnen zum Abendessen eingeladen. Eine Gruppe Frauen hat sie und weitere Gäste aus der Learning Community reich bekocht. Hier schildert sie ihre Eindrücke.

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Gestern Abend wurden wir von Flüchtlingen in die Notunterkunft im Fallenbrunnen zum Essen eingeladen. Was die Frauen für uns vorbereitet hatten, konnten wir noch nicht erahnen. Etwas unbeholfen nahmen wir zunächst Platz an den Tischen im Aufenthaltsraum. Ob wir helfen dürften bei den letzten Vorbereitungen?, fragten wir die Frauen. Nein, auf gar keinen Fall. Wir sollten uns wohl fühlen, wir seien die Gäste. Das Essen wäre gleich zubereitet, war die Antwort. Kaum hatten wir uns hingesetzt, kam ein kleines Mädchen mit großen dunklen Augen auf einem Dreirad zu uns an den Tisch gefahren. „Wie heißt du?“, wollten wir wissen. „Jamila“, flüsterte sie zunächst schüchtern, stieg von ihrem Dreirad ab, kletterte dann ein Stuhl hoch und setzte sich dann zu uns auf den Tisch. Nach und nach kamen immer mehr Kinder, alle wollten mit uns spielen. „Kocht deine Mutter gerade auch?“, wollte Dilan von einem 11-jährigen Mädchen wissen; sie kommt aus Syrien, kann aber etwas türkisch, weil sie drei Jahre in der Türkei gelebt hat. „Nein, sie ist tot. Sie ist auf der Flucht gestorben“, antwortete das Mädchen, ohne die Mine zu verändern. Ausdruckslosigkeit. „Ich habe aber großen Hunger!“, fügte sie hinzu. „Wie lange wart ihr auf der Flucht?“, wollte ich von einer 25-jährigen Frau aus dem Afghanistan wissen. „Wart ihr auch mit den Schlauchbooten auf der Flucht?“ „Oh ja“, antwortete sie. „ Drei Monate hat die Flucht gedauert. Das war eine Katastrophe. Wir sind vier Mal mit dem Schlauchboot untergegangen. Einmal kurz vor der Küste in Griechenland. Da waren wir 45 Minuten im Wasser, bis uns die griechische Küstenwache gerettet hat.“ Während sie erzählt, lächelt sie. Sie ist dreifache Mutter. Eine starke Frau.

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Schließlich kamen alle Frauen vom hinteren Bereich des Aufenthaltsraums, wo eine provisorische Küche aufgebaut ist. In ihren Händen hielten sie voll gefüllte Teller und Platten mit allen möglichen Spezialitäten aus ihren Heimatländern und deckten den Tisch. Wir staunten. Das hatten wir wirklich nicht erwartet. „Wir konnten nicht alle Mittel zum kochen auftreiben wie etwa Safran, aber wir haben improvisiert. Wir hoffen es schmeckt euch!“, eröffneten sie das Büffet. Und wie es geschmeckt hat. Während dem Essen unterhielt ich mich mit einer afghanischen Frau. Sie trug ein blaues Kopftuch. „Wenn ich einkaufen bin schauen mich die Menschen misstrauisch an, als hätte ich eine Krankheit. Ich weiß nicht, was ich getan habe. Haben sie Angst vor mir?“, fragt sie mich. „Ich bin doch nur eine alleinstehende Frau. Habe ein Kind verloren. Wovor haben sie Angst? Es ist schon so schwer für uns, wir vermissen unsere Heimatländer, warten auf unsere Interviews, leben im Ungewissen. Solche Blicke machen alles dann noch unerträglicher.“ „Nein, sie haben keine Angst. Mach dir keine Sorgen. Du gewöhnst dich schnell an alles“, sage ich ihr. „Wir freuen uns so sehr, dass ihr bei uns seid und euch für uns interessiert. Danke, dass ihr gekommen seid“, sagt sie immer und immer wieder während des Abends. Dabei haben wir doch zu danken, für all das leckere Essen.

Text und Fotos: Farnaz Nasiriamini

go!

Es geht los!

In genau zwei Wochen eröffnet unser Projekt Learning Community am Fallenbrunnen. In einer ersten intensiven Workshop-Woche richten wir gemeinsam den Raum ein, den wir die kommenden vier Monate als Begegnunsort nutzen werden.

Anleiten wird uns Anne-Laure von raumlaborberlin. Sie hat schon viel Erfahrung mit ähnlichen Projekten gesammelt. Z.B. in Der Gärtnerei in Berlin Kreuzberg!

Aber eigentlich geht es dann erst nach der Einrichtung des Raumes so richtig los. Und dafür brauchen wir euch! Eure Ideen und euer Engegement! Habt ihr Lust euch einzubringen? Dann kommt doch einfach in der White Box vorbei, oder schreibt uns.

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Hocker-Entwurf von Anne-Laure (c) raumlaborberlin